Vor dem Brotregal wirkt die Entscheidung einfach: Das dunkle Brot mit den sichtbaren Körnern sieht nach Vollkorn aus. Doch der erste Eindruck reicht nicht. Ein kurzer Blick auf die Verpackung gibt mehr Orientierung als die Farbe.

Was im Korn bleibt

Bei Vollkorn bleiben die Randschichten und der Keimling enthalten. Das Korn kann dabei auch fein gemahlen sein. Ein Vollkornbrot muss deshalb weder grob wirken noch sichtbare Körner haben. Umgekehrt beweisen eine dunkle Farbe oder eine körnige Oberfläche nicht, dass ein Produkt aus Vollkorn besteht.

Das Bundeszentrum für Ernährung beschreibt am Beispiel Weizen, dass wichtige Inhaltsstoffe nahe der Schale und im Keimling sitzen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung ordnet Vollkornprodukte als ballaststoffreich und nährstoffreicher als Weißmehlprodukte ein. Diese Einordnung hilft bei der Auswahl, ist aber kein Versprechen für die Wirkung eines einzelnen Brotes.

Lesen statt raten

Beim Einkauf lohnt es sich, in der Produktbezeichnung und der Zutatenliste nach „Vollkorn“ zu suchen, etwa nach Vollkornmehl oder Vollkornschrot. „Körnerbrot“ beschreibt nicht automatisch den Vollkornstatus. Auch „Mehrkorn“ verweist auf verschiedene Getreidearten, nicht darauf, dass deren ganze Körner verarbeitet wurden.

Wer an der Bäckereitheke kauft, kann nach der Zusammensetzung fragen. Das macht die Entscheidung konkreter als ein Vergleich nach dem Aussehen. Zu Hause hilft ein kleiner Geschmackstest: Passt das Brot zum vertrauten Belag, und bleibt es auch am nächsten Morgen eine Wahl, auf die man Lust hat?

Mehr als eine Brotsorte

Vollkorn lässt sich ebenso bei Nudeln oder Reis ausprobieren. Auch Haferflocken passen in diese Vielfalt. Statt den Vorratsschrank auf einmal umzustellen, kann zunächst eine Variante dazukommen. Andere Kochzeiten oder ein kräftigerer Geschmack dürfen dabei Teil des Ausprobierens sein.

Welche Produkte regelmäßig auf den Tisch kommen, hängt auch von persönlichem Geschmack und Verträglichkeit ab. Ein unkompliziertes Gericht, das allen schmeckt, ist ein guter Anfang. Beim nächsten Einkauf lässt sich darauf aufbauen, ohne jede Mahlzeit neu zu erfinden.